Der multidisziplinäre Künstler Mischa Fritsch verwandelt die Räumlichkeiten der Galerie Klüser in ein geologisches und atmosphärisches Archiv. Die exklusive Ausstellung gewährt einen tiefen Einblick in ein radikales Œuvre, welches die Grenzen zwischen Malerei, Land-Art und Naturprozess vollkommen auflöst.
Fritschs kompromisslose Zuwendung zur rauen, unberührten Natur kommt nicht von ungefähr. Aufgewachsen in Südafrika – jetzt lebend in Bayern – bewegt er sich im engen konzeptionellen Austausch mit den weltweit prägendsten Vertretern der Natur-Kunst. So begleitete er im Jahr 2023 ein ambitioniertes Projekt des britischen LandArt Künstlers Andy Goldsworthy, dessen Fokus auf Vergänglichkeit, Zeit und dem permanenten Wandel enge Parallelen zu Fritschs eigener Arbeitsweise aufweist. Während Goldsworthy die Natur temporär formt und fotografisch einfriert, geht Fritsch einen Schritt weiter und lässt die Natur physisch auf der Leinwand Spuren hinterlassen.
In seinen Arbeiten gibt er die traditionelle Rolle des “Schöpfers” zeitweise an die Natur ab. Statt Linien mit eigener Hand zu ziehen, macht Fritsch den Wind als unsichtbares Naturelement sichtbar. Er fungiert als Erfinder, der physikalische und meteorologische Prozesse in eine visuelle, poetische Sprache übersetzt. Seine oft monumentalen Bilder entstehen nicht in der kontrollierten Isolation eines Ateliers, sondern tagelang ausgesetzt an extremen Orten wie Gletschern, kargen Steppen oder Wüsten. Jede Leinwand wird zu einem physischen Protokoll eines bestimmten Ortes – ein Kondensat aus Zeit, Raum und dem unvorhersehbaren Zufall der Natur.
Ausgewählte Werke
Mischa Fritsch
veld (2026)
Pigment, Draht, Öl, Kohle, Wolle und Stahl auf Leinwand
177 x 167 cm
Mischa Fritsch
highveld (2026)
Pigment, Draht, Öl, Kohle und Wolle auf Leinwand
187 x 177 cm
Mischa Fritsch
pasigraphie (2026)
Tinte auf Leinwand, Pins, Aluminium
134 x 164 cm
Mischa Fritsch
klein veld (2026)
Pigment, Draht, Öl, Kohle, Wolle und Gaze auf Leinwand
66 x 71 cm
