VARIOUS OTHERS 2023: GALERIE KLÜSER X Paulson Fontaine Press
Eröffnung: 8. September | 18 – 21 Uhr
Sonderöffnungszeiten: Sa, 9. September, 12-19 Uhr und So, 10. September: 12-18 Uhr
Mit Passing Afternoon zeigt die Galerie Klüser die bereits achte Einzelausstellung der New Yorker Künstlerin Isca Greenfield-Sanders (* 1978), deren Werk um die Entstehung, Konstruktion und Veränderung von Erinnerung kreist. Ausgangspunkt ihrer Auseinandersetzung mit diesem Thema sind fotografisch festgehaltene Momente aus vergangenen Zeiten und anonymen Quellen. In einem vielschichtigen Prozess werden Motive und Komposition bearbeitet und resultieren in zarten Ölgemälden und Aquarellen.
Die Transformation des Ursprungsbildes durch die Neuanordnung und -gewichtung von Details lässt – ähnlich der selektiven Überlagerung von Erinnerung – ein gänzlich neues Bild entstehen, das zum Träger eines Gefühls zwischen den sichtbaren Details wird. Beim Betrachten mag die vage Vertrautheit mit den anonymen Landschaften angesichts der Tatsache, dass die Originalfotos subjektiv erlebte Momente einer dritten Person sind, paradox erscheinen. Zugleich verweist sie aber auf eine Art kollektive Färbung des Erinnerns durch das Vergehen der Zeit. Fragen nach der Textur der Erinnerung und der Wahrhaftigkeit der Fotografie werden dabei ebenso aufgeworfen wie nach dem Einfluss des Mediums selbst auf die retrospektive, individuelle Konstruktion von Erinnerung. Die Künstlerin betont: „Meine Arbeit ist nicht persönlich, die Erinnerungen sind gefunden und die Emotionen, die sie hervorrufen, sind universell.“
Weitläufige Berg- und Küstenlandschaften oder Strandszenen unter blauem Himmel sind folglich häufige Motive, entsprechend den unzähligen Fotos, die in unbeschwerter Stimmung an Orten eingefangen wurden, die nicht benannt werden und somit auch in unserer eigenen Vergangenheit stattgefunden haben könnten. Neben Landschaften sind Nahaufnahmen von blühenden Pflanzen und Wildblumenwiesen ein weiteres Sujet, dem sich die Künstlerin seit einigen Jahren widmet. Auch hier sind gefundene Schnappschüsse und der Versuch, blühende Wiesen und florale Fülle einzufangen der Ausgangspunkt für die malerische Auseinandersetzung – Bilder also, die fotografisch niemals an den optischen Eindruck des Auges heranreichen. In der Malerei erkennt sie das Potential, die dem Motiv innewohnende Tiefe und Wandelbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Zeit wird hier zur magischen Zutat: so gleicht die reale Landschaft weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart oder Zukunft jemals ihrer Abbildung, sondern unterliegt vielmehr immer der Vergänglichkeit. Isca Greenfield-Sanders’ Werke aber haben keinen Anspruch auf die Wiedergabe einer wahrgenommenen Realität, wie sie die Fotografien suggerieren: vielmehr bleibt jedes einzelne Gemälde immer eine Version des ursprünglich Gesehenen, ebenso mannigfaltig und wandelbar in Zeit und Raum wie die Erinnerung.
Im Rahmen der diesjährigen Ausgabe von VARIOUS OTHERS freuen wir uns, in Kooperation mit Paulson Fontaine Press (Berkeley, USA) neben neuen Gemälden und Aquarellen auch Druckgrafiken von Isca Greenfield-Sanders zu zeigen.
Weitläufige Berg- und Küstenlandschaften oder Strandszenen unter blauem Himmel sind folglich häufige Motive, entsprechend den unzähligen Fotos, die in unbeschwerter Stimmung an Orten eingefangen wurden, die nicht benannt werden und somit auch in unserer eigenen Vergangenheit stattgefunden haben könnten. Neben Landschaften sind Nahaufnahmen von blühenden Pflanzen und Wildblumenwiesen ein weiteres Sujet, dem sich die Künstlerin seit einigen Jahren widmet. Auch hier sind gefundene Schnappschüsse und der Versuch, blühende Wiesen und florale Fülle einzufangen der Ausgangspunkt für die malerische Auseinandersetzung – Bilder also, die fotografisch niemals an den optischen Eindruck des Auges heranreichen. In der Malerei erkennt sie das Potential, die dem Motiv innewohnende Tiefe und Wandelbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Zeit wird hier zur magischen Zutat: so gleicht die reale Landschaft weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart oder Zukunft jemals ihrer Abbildung, sondern unterliegt vielmehr immer der Vergänglichkeit. Isca Greenfield-Sanders’ Werke aber haben keinen Anspruch auf die Wiedergabe einer wahrgenommenen Realität, wie sie die Fotografien suggerieren: vielmehr bleibt jedes einzelne Gemälde immer eine Version des ursprünglich Gesehenen, ebenso mannigfaltig und wandelbar in Zeit und Raum wie die Erinnerung.
Im Rahmen der diesjährigen Ausgabe von VARIOUS OTHERS freuen wir uns, in Kooperation mit Paulson Fontaine Press (Berkeley, USA) neben neuen Gemälden und Aquarellen auch Druckgrafiken von Isca Greenfield-Sanders zu zeigen.
Ausgewählte Werke
Man in the Waves (2008)
Auflage: 50
Fotogravüre und Aquatinta direkt auf die Platte
80,1 x 77,5 cm

Über die Künstlerin
Die amerikanische Künstlerin Isca Greenfield-Sanders lässt in ihren Arbeiten die Grenzen zwischen Medienkunst, Fotografie, Zeichnung, Aquarell und Ölmalerei verschmelzen. Der künstlerische Prozess basiert auf Fotovorlagen, die mehrfach mit diversen Zeichen- und Maltechniken behandelt werden.
Auf diese Weise entstehen atmosphärische Bilder von Strand- und Badeszenen, Ballspielen und anderen Alltagssujets. Ihre Arbeiten strahlen oberflächlich betrachtet eine unschuldige Leichtigkeit aus. Jedoch werden unterschwellig tiefgründige Empfindungen von Nostalgie, Verlorenheit und Einsamkeit vermittelt.







