• Special Offer im Mai 2026

AGGRESSION

Gegen die Spirale der Gewalt

16. April - 27. Juni 2026

Galerie Klüser

 

“Wir leben in dunklen Zeiten. In den USA unter Trump droht die Demokratie in ein totalitäres System zu kippen. Freiheit, Gerechtigkeit, Vernunft, Wahrheit und Verantwortung scheinen nur noch leere Begriffe zu sein. Die regelbasierte internationale Ordnung und das Völkerrecht werden systematisch ausgehebelt. An ihre Stelle tritt das Recht des Stärkeren. Aggression, Gewalt, Wut, Hetze, Lüge und Erpressung machen sich ohne Rücksicht auf humanitäre Verluste breit.

Dass Macht in totalitären Staaten jede Art von Gewalt, Korruption und persönliche Bereicherung erlaubt, kennen wir aus vielen afrikanischen, islamistischen und kommunistischen Ländern. So hat auch der Einmarsch von Putin (als Nachfolger von Lenin und Stalin) in die Ukraine den 80-jährigen Frieden in Europa mit fatalen Folgen erschüttert. Der wegen Korruption angeklagte Netanjahu führt nach einem äußerst brutalen Massenmord der Hamas-Terroristen in Israel einen Vernichtungskrieg gegen Palästina mit unvorstellbarem Leid für die Zivilbevölkerung. Der Internationale Strafgerichtshof hat gegen ihn – wie auch gegen Putin – einen Haftbefehl wegen Völkermords erwirkt. In Europa gefährden Rechtspopulisten, Nationalisten und Linksradikale das bisherige demokratische Selbstverständnis und gewinnen zunehmend an Einfluss. Wut, Hass, Lügen und KI-Fälschungen werden auch in den sozialen Medien von radikalen Parteien verbreitet. Fake News lassen sich häufig ohne wirksame Korrektur in die Welt setzen. So erleiden schon Jugendliche durch Mobbing als sublime Gewaltform schwere psychische Schäden. Die Anonymität der Absender wird als durchaus fragwürdige Gewährleistung der Meinungsfreiheit geschützt. Dass es auch anders geht, zeigen zum Beispiel Leserbriefe, die in seriösen Zeitungen nur unter nachgeprüfter Namensnennung veröffentlicht werden. Im deutschen Fernsehen gehört das Zeigen von Mord und Gewalttaten zum täglichen Standard: Kriminalfilme und ihre unzähligen Wiederholungen überfluten zunehmend die Abendprogramme. Auch bei Videospielen gibt es zahlreiche Formate, die durch Gewaltexzesse gekennzeichnet sind. Natürliche Hemmschwellen werden so bei Jugendlichen ›spielerisch‹ überwunden. Täglich finden Gewalttaten in der realen Welt Schlagzeilen. Die aktuelle Strafverfolgungsstatistik im sichersten Bundesland Bayern weist auf eine wachsende Gewaltbereitschaft und anhaltende Verrohung der Gesellschaft hin. Die Zahl der jugendlichen Gewalttäter stieg zum Beispiel seit 2019 um über 50 Prozent.

Nur in einer funktionierenden Demokratie sind die individuellen Freiheitsrechte gewährleistet. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Künste. Wie schnell ihr Freiheitsspektrum durch ideologische Gleichschaltung eingeschränkt oder ausgehebelt werden kann, zeigt sich in allen totalitären Staaten: durch die Kontrolle der Medien, die Aufhebung der Gewaltenteilung, militärischen oder wirtschaftlichen Druck und die Säuberung der Bibliotheken, Museen und Universitäten. Die USA sind auf einem gefährlichen Weg, die Verhältnisse in den beiden anderen Hegemonialmächten zu egalisieren und damit auch andere Demokratien in eine existenzielle Krise zu stürzen. Es ist deshalb höchste Zeit, das passive Prinzip der Hoffnung auf Besserung durch individuelles aktives Handeln im Sinne der Vita activa von Hannah Arendt, im Sinne von Karl Popper und von Joseph Beuys im Kunstbereich zu ersetzen. So kann die Kunst Bilder erschaffen, die trotz der alltäglichen Bilderflut dauerhaft im Bewusstsein bleiben. Auch wenn sie nicht direkte politische oder gesellschaftliche Veränderungen bewirken, sind sie weiterhin notwen­dige Störfaktoren einer aufgezwungenen Weltsicht.

Ein Vorkämpfer in diesem Sinne war Francisco de Goya mit seinem grafischen Œuvre, dessen Schwerpunkt auf abschreckenden Darstellungen von brutaler Gewalt im täglichen Leben und des Krieges lag. Vor allem die Radierungen der Desastres de la guerra (Die Schrecken des Krieges) bleiben als Bilder gegen das Vergessen in Erinnerung. Das markanteste Beispiel in diesem Kontext ist sicherlich Guernica von Pablo Picasso. Auch einem breiteren Publikum ist es als Schlüsselbild gegen Gewalt und Krieg bekannt. Eine symbolische Aktion von Joseph Beuys fand ebenfalls weite Beachtung, als er die goldene Kopie einer Zarenkrone einschmolz und das Gold in die Form eines Friedenshasen transformierte. Sein Aufruf »La rivoluzione siamo Noi« von 1972 ist ein Appell an jeden Einzelnen, sich selbst und sein Umfeld für kreative Lösungen, Toleranz und Vielfalt zu öffnen und durch aktives Verhalten Zeichen zu setzen.
Freiheitliche Demokratie ist kein Geschenk, sondern eine vulnerable Staatsform. Sie zu erhalten ist eine gemeinsame Herausforderung. Kultur und Kunst können und müssen ihren Beitrag leisten. Deshalb unsere Ausstellung!”

Bernd Klüser
München, März 2026

 

Mit Werken von:

Claudio Abate, Joseph Beuys, Christian Boltanski, James Brown, Tony Cragg, Jack Goldstein, Jannis Kounellis, Robert Longo, Olaf Metzel, Robert Motherwell, Mimmo Paladino, Bernardi Roig, Sean Scully, Ernesto Tatafiore, Andy Warhol

Selected Works

Robert Motherwell

War Machine (1979)

Öl auf leichtem Karton

76,2 x 101,6 cm

Robert Longo

Strong in Love (Dog Kiss) (1983)

Acryl, Bleistift und Grafit auf Leinwand

165 x 397,5 x 3 cm

Jack Goldstein

Untitled (1982)

Acryl auf Leinwand

245 x 306 cm

Newsletter abonnieren

Galerie Klüser Künstler*innen Kunstwerke Ausstellungen
Hinweise zum Widerruf und der Verarbeitung der Daten geben wir in unserer Datenschutzerklärung.